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Noch habe ich Ferien und die Tage verlaufen unspektakulär (für den Beobachter), wie ich finde... Ich verbringe die Zeit mit Krafttanken und Regeneration, denn noch toben ja genug Stürme um uns. ;)
Ich wertschätze vor allem die Zeit in der Familie und bin dankbar, dass ich reichlich Zeit fürs Gebet habe.

Ich merke, wie Gottes Gnade weiter im Irdischen Wurzeln schlägt.
Ich habe die Abnahme mittels professioneller Unterstützung in Angriff genommen und komplett auf vegane Ernährung umgestellt – ich hatte bisher nur wenige Rückschläge und insgesamt gelingt mir das Unterfangen erstaunlich gut und leicht. Die Abhängigkeit nach kompensierendem Essen scheint aus dem Nichts komplett verschwunden.

Und auch die lähmende Arachnophobie scheint mich derzeit nicht gross im Griff zu haben. Durch den milden Winter und unser natürlich gehaltenes Grundstück ist unser Haus öfters einmal eine Kellerassel (mit denen ich kein Problem habe) oder eine Spinne anzutreffen. Allein heute bin ich drei – DREI!!! – Exemplaren begegnet. Und bei allen dreien gelang es mir, sie mittels Becher ins Grün hinaus zu transportieren, statt in vollkommene Panik zu verfallen und sie entweder zu zerquetschen oder gar zu vergiften. Dabei war die grösste Spinne sogar auf meinem Badetuch anzutreffen, direkt nach dem Duschen, als ich es nach dem Abtrocknen wieder aufhängen wollte!

Versteht mich nicht falsch, ich hab mich schon ordentlich erschrocken und kurz gequietscht, aber verfiel dabei nicht in ein Verhalten, dass zum Mord an unschuldigen, mitunter sogar sehr nützlichen Tieren geführt hat. Rückblickend freut mich das sehr, auch wenn es für Andere wahrscheinlich gänzlich unbedeutend ist, ebenso unbedeutend, wie wenn ich einen Tag ohne Fressgelage hinbekomme oder ganz besonders bewusst einkaufe, seien es Lebensmittel, Kleidung oder sonstige Notwendigkeiten... Aber für mich sind diese zahlreichen Mikroschritte äusserst bedeutsam. Sie bekräftigen mich darin, dass es richtig und wichtig ist, alles in Gottes wandelnde Hände zu geben, auch jeden Fehltritt, jede Unart, auch jede Angst, Ratlosigkeit und Verzweiflung. Was daraus resultiert scheint klar und doch immer wieder so überraschend und erstaunlich.

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22
Apr
Earth Day
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Tabernakel an den Kartagen, St. Andreas-Kirche (Uster ZH)

Wahrhaftig, SEIN Licht der Hoffnung glänzt selbst in diesen dunklen Stunden!

Die erste Fastenzeit des Jahres (Franziskaner haben meist mehrere, z.B. auch ab Allerheiligen bis Weihnachten) liegt bereits hinter mir und einmal mehr staune ich, wie die Zeit rast, trotz globaler Zwangsentschleunigung, wenn man so will...

Ich will, ehrlich gesagt, der derzeitigen Situation nicht allzu viel Platz einräumen. Sie ist ohnehin schon, meist im dezent panisch anmutendem Kontext, allgegenwärtig: Aggressiv-rote Warnplakate an allen möglichen und unmöglichen Orten, Dauergeschrei in den Medien, selbst in jeder zwischenmenschlichen Unterhaltung... Ich denke, wir alle sind davon mehr als gesättigt genug. ;-)

Tatsächlich stand das Virus für mich auch nicht an wichtigster Stelle während der letzten Zeit. Ich ging ja normal zur Arbeit in die Pflegebetreuung. Im Alltag zeigten sich durchaus die Auswirkungen, etwa komplett leere Züge, menschenleere Strassen und auch das Areal der Stiftung, in der ich arbeite, wurde sicherheitshalber abgesperrt. Ich empfand diese Massnahmen jedoch nicht als bedrohlich, sondern beobachtete mehr selbst eine stoische Ruhe an mir: Ich war einfach dankbar, dass die Leute sich an Weisungen hielten. Ich hatte keine Angst wegen der Hamsterkäufe, weil wir sowohl zu Hause als auch auf der Arbeit immer gewisse Vorräte lagern. Ich empfand Weisungen nicht als grosse Einschränkungen, sondern als Mittel, um möglichst viel Normalität zu erhalten. Ich betrieb auch keine übermässige Hygiene, sondern achtete einfach noch bewusster auf meine üblichen Abläufe.

Trotz allem Leid, das ich durchaus bedrückt und auch öfters beunruhigt beobachtete, so fühlte ich mich in allem von Gott getragen. Nie wurde ich krank. Nie wurde ich müde. Nie suchten mich depressive Verstimmungen heim.
Stattdessen prägten Dankbarkeit und Bewunderung automatisch mein Denken: Ich bewunderte unser Kader und den Krisenstab auf der Arbeit, der für jede Notlage einen Plan und Ressourcen hatte, um unsere Klienten zu versorgen. Der uns Hoffnung entgegen hielt, als uns das Spital von Uster informierte, dass sie Menschen mit Beeinträchtigung trotz schwerem Krankheitsverlauf nicht mehr betreuen würden, weil diese ja automatisch weniger gute Chancen hätten. (Aus welcher dunklen Geschichtsepoche kenne ich solche Sprüche bloss...? Diese Handhabe erschütterte mich ehrlich tief!!) Unser Stiftungsrat trat solcher Finsternis mit einem hoffnungsvollen und fürsorglichen Wesen entegegen, auch im Sinne von uns Mitarbeitern, für die sie sich ggü. der Stadt sehr engagiert einsetzten. Diese Haltung beeindruckte mich tief und ich war und bin sehr dankbar für diese Stelle, die wahrhaftig im Sinne der Menschen steht!

Die guten Schichtdienste ermöglichten es mir, dass ich oft zur Erholung und auch zur Einkehr während der Fastenzeit kam. Die St. Andreas-Kirche ist nur 5 Gehminuten von der Stiftung entfernt und oft sass ich so in der Stille, stets mit dem HERRN verbunden. Oft leisteten mir auch Katzen in der Kirche erheiternde Gesellschaft – fragt nicht; ich ziehe diese süssen Samtpfoten an den unmöglichsten Orten wie ein Magnet an. Juhuuu! Ich bin nämlich ein grosser Büsifan. :-)

Auferstehung Christi, Hochaltar der St. Katharina-Kirche (Kaiserstuhl AG)
Jakobsweg, 1. Etappe Weiach ZH - Rheinau ZH (Ostern 2020)

Die Fastenzeit bestand so für mich nicht nur aus dem Glück im Moment und weniger im Fokus auf die 40 Tage, sondern eher: Was kommt danach?

Es war nicht nur eine stille Einkehr, sondern auch eine Auseinandersetzung mit sich selbst, ein Aufrüsten für die Zukunft. Die Fastenzeit war für mich insgesamt ein Auftakt zu einer weiteren Etappe, aus dem ich viel an Erkenntnis gewinnen durfte.
So habe ich mir bereits auch einige Dinge für die kommende Zeit vorgenommen, mitunter auch Ziele und Chancen aus den 40 Tagen, die ich weiter trage.

Disziplintechnisch wäre in der Fastenzeit – zumindest aus Sicht meines theoretischen Sturkopfes – sicher mehr machbar gewesen. Ich war oft in Versuchung. Doch der HERR schien umso barmherziger... Immerhin eines meiner vier Ziele habe ich komplett erreicht. Und bei den Anderen gab ich zumindest nicht auf und versuchte es immer wieder und wieder und wieder neu.

Was für mich von der Fastenzeit bleibt?

Dankbarkeit und Hoffnung.

Ich bin dankbar, wie gut die mir Anvertrauten diese Krise wegstecken und tapfer ihren Alltag weiter meistern. Ich bin tief dankbar, dass keiner aus meinem Umfeld erkrankt scheint!
Ich bin tief dankbar, wie es den Menschen um mich und auch mir selbst an nichts mangelt(e), weder leiblich – dass wir in einem Land mit guter Grundversorgung sind – noch seelisch.
Ich bin tief dankbar für die geistliche Begleitung durch meine minderen Brüdern und die tiefe Verbundenheit mit der franziskanischen Gemeinschaft, für die ich während der Fastenzeit eine Kleinigkeit besorgt habe, die uns alle auch über weite Distanzen hinweg einen soll...
Ich bin tief dankbar für den guten Hirten "meiner" Pfarrei, der sich so selbstlos aufopfert und uns allen stets den Empfang der Hl. Kommunion sowie ein offenes Ohr und sein erheiterndes, frohes Wesen anbot.
Ich bin dankbar für meine besonnenen, gut organisierten und präsenten Vorgesetzten auf der Arbeit, für ihr sichtbares, grosses und wirkungsvolles Engagement. Ich bin dankbar für meine Arbeitskollegen, die alle nicht der Mut und der Frohsinn verliess.
Ich bin dankbar für all die tiefgehenden, guten Gespräche in den heimischen Wänden; dass das Band noch inniger und tiefer wurde, statt durch die Krise überstrapaziert.
Tief bewegt hat mich, wie sich die Natur zu erholen vermochte, sobald der Egoismus des Menschen nur für eine kurze Zeit ein wenig kürzer tritt!!
Ich bin tief, tief dankbar für so viele kleine und grosse Momente des Glücks, deren Licht so viel heller erstrahlt als alles Unglück der ganzen Welt: Der Genuss jeder schönen, bunten Blume am Wegesrand. All die vielen, lieben Nachrichten. Jedes Lächeln meines kleinen Bruders. All die Blicke in einen unverklärten, blauen Himmel und all die leuchtenden Sterne in den klaren Nächten. Die Ruhe, durch den fehlenden Fluglärm – das Rauschen des Rheins und das Gezwitscher der Vögel ist einfach herrlich!
So wunderbar erklang auch jede Glocke, die in den Kirchen solidarisch geläutet wurde. Wie schön, dass die Christenheit sich nicht trennen liess, sondern dass Livestreams und Co. auf grosse Nachfrage stiessen, dass Gebete gegen die Krise im Umlauf waren, dass auch diese Sorge vertrauend in die väterlichen Hände unseres geliebten HERRN gelegt wurde, der für uns sogar sich selbst hergab! Ich bin tief dankbar für Seine Heiligkeit Papst Franziskus, der konstant für seine Kirche da war und uns allen Mut und Gottes Segen zusprach.

Ich bin dankbar für jeden dieser Momente, in denen Gott mich begleitet und ermutigt hat. Seine Liebe ist unermesslich und meine Hoffnung wurde, gerade in dieser Zeit der Prüfung, umso grösser durch seine Herrlichkeit.

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