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"good News"
16.03.2022 23:20

Die Welt hat genug Kriegs- und COVID-Schlagzeilen...

Nachdem Kardinal Marx einen Queer-Gottesdienst samt Entschuldigung gefeiert hat und unser Churer Bischof Bonnemain neulich die Segnung homosexueller Paare duldete, sprang mich heute im Dorfladen eine Schlagzeile an, dass ebendieser nun im April einen Verhaltenskodex vorstellt. Dieser soll Missbrauch in diverser Form durch Nulltoleranz präventiv unterbinden und mitunter auch beruflich Diskriminierung aufgrund der privaten Sexualität entgegen wirken.

Die eigene Einstellung zu queerer Propaganda mag zweifelsohne dahin gestellt sein, denn sie scheint so privat und vielseitig wie die Sexualität selbst.

Mich persönlich freuen solche Schlagzeilen. Ganz unabhängig meiner eigenen, langweiligen Heterosexualität.
Nicht nur als Kontrast zu Krieg und Corona, sondern vor allem, weil die Kirche als Institution so einen ihrer Kernaufträge ernst zu gewichten scheint: Menschen werden dort abgeholt, wo sie im Leben stehen, ganz gemäss der Jahreslosung "Jesus spricht: Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen." (Joh 6,37) Menschen wird signalisiert: Wir sehen Euch.
Wir sehen, dass Ihr da seid.
Ihr werdet ernst genommen.
Die Tür ist offen.
Ganz ohne Wertung.
In Zeiten zunehmender Konflikte empfinde ich diese Signale des Miteinanders als ganz besonders kostbar.
Ich kenne queere und homosexuelle Menschen. Sie sind in meinen Augen nicht weniger Kinder Gottes und mitunter sogar moralisch erlebe ich sie oft als sensibilisiert und besonders achtsam, sowie mitunter als besonders engagiert. Vielleicht, weil ihnen selbst schon genug Unrecht im Leben widerfuhr, wo und wie auch immer...?

Vielleicht wird so auch für Opfer von Missbrauch weiter eine Rechtsgrundlage geschaffen. Vorträge wie die von Doris Reisinger zeigen, dass sehr viel Verletzung da ist, dass diese Verletzungen und die Verzweiflung, die daraus wächst, sogar in Hass umschlagen kann. Sind wir ehrlich: Diese Verletzungen kommen nicht von nichts. Es spielt keine Rolle, ob das Verhalten dieser Frau auf einen selbst abschreckend, verblendet oder völlig berechtigt wirkt, um dieses aktuelle Beispiel aus Luzern gleich zu gewichten – vielleicht geht es viel mehr darum, was sie anspricht, weniger wie sie es anspricht...

Im Gegensatz zu Frau Reisinger glaube ich an die Kirche – nicht an ihren Untergang. Totgesagte leben länger...
Schlagzeilen wie diese machen mir als Gläubige Mut auf ein Miteinander, wo auch immer wir alle als Gemeinschaft stehen mögen.
Es macht mir Mut, dass auf Gerechtigkeit gehofft werden kann; auch im Sinne von Gerechtigkeit gegenüber unserer Heiligen Mutter Kirche, die so hoffentlich in Würde vertreten wird, durch den Blick auf das Evangelium, das gelebt wird.

 

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