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Heisses Eisen: Abtreibung
10.03.2022 10:20

In Kolumbien feiern seit zwei Wochen Horden kreischender Frauen, wie einst in Argentinien, das Recht auf Abtreibung und auch in Deutschland wird jetzt also das straffreie Werben für Abtreibungen legalisiert.

Wird Zeit, eine kleine Blogreihe zu starten, in der ich random mal meinen ganzen Frust zu mitunter sehr kontroversen Themen abgebe.
Da "Ich-kann-als-Mensch-zu-solchem-Unrecht-nicht-einfach-meine-Klappe-halten" ein etwas gar ungriffiger Titel ist, beschränken wir und doch auf die Bezeichnung "heisses Eisen".

In der neueren Vergangenheit ging die Abtreibungsrate (in Deutschland) laufend zurück. Fraglich ist, ob dies nun weiter so bleibt...
So manche Politperson und mitunter auch manches Medizinpersonal nimmt lieber den Begriff "Schwangerschaftsabbruch" in den Mund. Klingt halt harmloser als "Lebensabbruch", oder gar "Kindsmord" – was es ist, egal, wie hübsch es auch umschrieben wird. Die Existenz eines Lebens wird ausgelöscht.

Und wer jetzt zu "argumentieren" gedenkt, dass ein Kind (nicht einfach nur ein Fötus – wird nicht auch Menschen, nicht einfach nur Fleischberge!) bis zur 12. Woche ja "nur ein Zellhaufen" sei, dem sei vor Augen geführt:

Kind in der 12. SSW

So sieht "nur ein Zellhaufen" zum Zeitpunkt der legalen Abtreibung aus.
Das Baby ist wiegt 15 Gramm – nicht "nichts"! Das Kind bewegt sich bereits unaufhörlich, kann am Daumen nuckeln, hat bereits den Schluckreflex entwickelt, vermag zu trinken und zu urinieren und dreht sich sogar schon im Bauch der Mutter. Ausserdem kann das Kind äusserlichem Druck gezielt ausweichen. Das Kind reagiert also und hat somit ein Bewusstsein.

Das ist ein bereits fortschrittlich entwickeltes Lebewesen, nicht einfach NuR EiN ZeLLhAuFeN. Die ersten, menschlichen Züge entwickelt ein Embyro bereits in der 5. Schwangerschaftswoche.
Also hört mir auf mit dieser Art Argument!!!

Wie gesagt: Auch wir alle sind Menschen, nicht einfach nur reduziert auf unser Skelett, unsere Muskeln und unsere Fettanlagen. Wir existieren weit über unsere Organe hinaus.
Und ganz genau so ist das auch kleine Menschen!
"Nur ein Zellhaufen" ist schlichtweg eine der dämlichsten Relativierungen, die mir je untergekommen ist und dieses abschätzige Daherreden über ein Lebewesen macht mich schlichtweg unsagbar wütend!

Wir alle zeigen Empathie gegenüber Kindern, gerade in Notsituationen, sogar gegenüber vielen Tieren.
Das ist richtig und wichtig!!!
Doch was für einen Unterschied macht es, ob ein Kind in Gefahr, ein leidendes Kind, 12 Jahre, 5 Jahre oder eben ein Baby ist? Sonst unterscheiden wir Kompetenzen in der Gesellschaft doch auch nicht alterspezifisch, das ginge ja unter Diskriminierung! Oder?

Wobei es mich erschüttert, wie oft mir schlicht der Satz "Ich will es nicht" begegnet. Als würde über die Anschaffung eines Tisches gesprochen werden...
Richtig pervertierte Menschen (scheinbar vor allem in der Politik) fordern sogar ein Abtreibungsrecht bis zur Geburt und auch das Wort "Spätabtreibung" steht öfter mal zur Debatte. Das Prinzip des kleinen Fingers und der ganzen Hand... Ich muss schon seeeeeeehr an mich halten, gerade im Bezug zu Deutschland, mich da nicht an ein ganz spezielles Euthanasieprogramm im 2. Weltkrieg erinnert zu fühlen...

Was mich zum nächsten Punkt bringt: Euthanasie gegenüber Menschen mit Beeinträchtigung.
Menschen mit Beeinträchtigung werden heute noch politisch stark diskriminiert. Kaum wird ihnen gesetzlich Beachtung geschenkt, erst 2019 schlug in Genf ein Fall hohe Wellen, als einem Rollstuhlfahrer der Kinoeintritt "wegen Sicherheitsbedenken" verwehrt wurde.

Trotz des schweren Kreuzes, das viele Menschen mit Beeinträchtigung mit sich tragen, erlebe ich sie selbst, beruflich wie privat, oft glücklich. Vielleicht scheinen sie gerade deswegen das Leben umso mehr zu schätzen und zu lieben?

Ich erinnere mich an meinen Schulkollegen in der Highschool. Er hatte MS, doch war der grösste und coolste Draufgänger von allen, spielte Rollstuhlhockey, reiste viel und machte oft Witze. Ich meine mich zu erinnern, dass er schulisch nie Schwierigkeiten hatte.
Ich sehe, wie oft mein kleiner Bruder lacht und singt.
Ich habe beruflich so viele Heimbewohnende gesehen, die trotz schwerer, pflegerischer Umstände viel Lebensmut an den Tag legen.
Jeden Tag begegnen mir beeinträchtigte Menschen im ÖVPN, die unbeirrt ihrer Wege gehen und nicht minder im Leben wirken als alle um sie herum.

Durch eine Abtreibung werden Menschen mit Beeinträchtigung vorzeitig um ihr Leben gebracht. Nicht eine Lebenserfahrung werden sie machen können, dürfen!
Gerade bei Menschen mit Beeinträchtigung, also besonders schützenswerten Personen, ist sogar eine Spätabtreibung bis in die 21. Schwangerschaftswoche möglich. Und, ehrlich gesagt: allein beim Gedanken daran wird mir elend.

Oft werden bei Routineuntersuchungen Fruchtwassertests genommen.
Oft werden Mütter dann mit diesen Befunden und ihren Emotionen scheinbar allein gelassen oder zu einer Entscheidung gedrängt. (Und wir wissen alle, in welche Richtung dieses Drängen geht – im Gegensatz zur Abtreibung wäre für eine Geburt ja 9 Monate Zeit...)

Prominentes Beispiel ist in diesem Zusammenhang sicher die Handhabung der Menschen mit Trisomie 21. Über 90% aller Menschen mit dieser Behinderung werden abgetrieben, auch heute noch, in der ach so toleranten Gesellschaft.
Mir ist ein Fall bekannt, in dem eine junge Frau in der Schweiz durch solch einen Fruchtwassertest aus allen Wolken fiel. Die Panik im Moment ist absolut verständlich! Aber jene Panik hielt eben nur im Moment an und betreffende Frau entschied sich von sich aus, das Kind zu behalten – trotzdem bekam sie rund drei Wochen nach besagtem Untersuch einen Anruf einer Abtreibungsklinik, wann sie denn einen Termin vereinbahren wolle.
Da finde ich echt keine anständigen Worte mehr für!!!

Ist das diese Art von Werbung, die jetzt auch in Deutschland legalisiert wird???
(Versteht mich nicht falsch, die moralischen Anforderungen an die Schweiz halten sich bei mir im Grenzen, da ich selbst schon an Litfasssäulen WERBUNG für Sterbehilfe gesehen habe und hiesige Polit***** bereits gegen Kriegsflüchtende aus der Ukraine hetzen... Die Schweiz ist für mich zu oft ein Land ohne Moral. Aber bei Deutschland und vielleicht auch bei Österreich war ich in der Annahme, sie hätten zumindest etwas aus der grausamen Vergangenheit gelernt.)
Besteht die "Aufklärung" weiter im Trend Richtung Selektion, oder wird den werdenden Müttern da auch die Risiken bei einer Abtreibung veranschaulicht? Dass sich durchaus Spätfolgen wie Depressionen etc. daraus entwickeln können?
Werden da auf Hilfsprogramme und Entlastungsangebote wie 1000plus hingewiesen? Oder bleibt ein "kurzer Schmerz" beim Leben auslöschen weiter die einfachere und billigere Lösung?
Wenn Deutschland Geld für sinnlosen Kram wie So-da-Brücken hat, wieso nicht auch zur Unterstützung seiner Landsleute, seiner künftigen Landsleute?

Ich bin dafür, dass Frauen mehr geschützt und unterstützt werden sollen.
Es sollte selbstverständlich sein, dass den Sorgen werdender Mütter Gehör geschenkt wird, warum sie überhaupt so weit gehen würden. Dass ihnen Lösungen für prekäre Situationen geboten werden. Dass sie ernst genommen werden.
Betroffene Frauen haben es unbestritten schwer und die meisten treffen ihren Entscheid sicher nicht leichtfertig. Es liegt mir fern, eine Frau und ihre Entscheidung zu verurteilen, zumal jeder Fall wieder spezifisch von anderen Faktoren geprägt ist und entsprechend separat zu gewichten ist.
Das Leben von Frauen ist schützenswert, sicher nicht minder als das Leben anderer Menschengruppen auch.
In dieser Perversion sind nicht die Frauen "die Bösen". Sie sind nicht minder Opfer eines kranken Systems, das auf ihrer Not ausgetragen wird!

Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Frauen in ihrer Not nicht auch noch zu Mittäterinnen gemacht werden.
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die Familien mit offenen Armen empfängt und auf Unterstützung statt auf Beseitigung schaut.
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der das Leben wertgeschätzt wird – und zwar jegliches Leben, nicht nur das einer Frau, weil die "halt zuerst da war".
Ich wünsche mir eine Gesellschaft, die Tötung nicht als Lösung propagiert. Auch in dieser Kategorie nicht.

Schade und traurig, wagt die deutsche Politik wohl einen Rückschritt.
Sie werden ihre zahlreichen Opfer vergessen...
Gott sei Dank gibt es Leute, die es ihr nicht gleich tun. Hoffentlich bleibt es so.

Sumpfige Schönheit
Pilgerwege...