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Ja
#WeRemember #NieWieder
27.01.2022 11:00

Heute ist der internationale Tag des Gedenkens an den Holocaust.

Ich denke, es ist wichtig, dass wir alle nicht vergessen, was Hass zerstören kann.
Denn "Wir alle haben Verantwortung. Auch ohne persönliche Schuld."
, wie jemand auf twitter sehr eindrücklich schrieb.

Hősök sírkertje, Budapest

Jede Person kann aktiv dazu beitragen, dass sich dieses unsagbare Leid nicht wieder und weiter wiederholt.

° Toleriert keine Intoleranz. Leistet friedlichen Gegenprotest, wenn Neo-Nazis durch die Strassen ziehen. Gebietet diskriminierenden, schubladisierenden und herabwertenden Aussagen im eigenen Umfeld Einhalt.

° Seid ein gutes Vorbild für Euren Nächsten, in dem ihr selbst auf Eure Sprache Acht gebt. Schimpfworte wie "U****mensch" entstammen der Eugenik im 2. Weltkrieg und sind spürbar lebensfeindlich. Sogar historisch ältere Begrifflichkeiten wie "suum cuique" gelten in ihrer Formulierung und durch ihre Verwendung am Haupttor im KZ Buchenwald als problematisch!

° Führt Euch vor Augen, dass es nicht mit KZ begann, sondern mit Aussagen wie "Die Juden sind an allem schuld!", "Alle Juden sind raffgierig!" und "Kauft nicht bei Juden!". Pauschale, negative Eigenschaften wurden einer ganzen Religionsgemeinschaft angedichtet und sie wurden zu einem Symbol für alles Negative in der Gesellschaft stigmatisiert.
Und es begann mit Wegsehen. Niemand wusste etwas. Gewalt wurde verharmlost, sogar als gerechtfertigt "gegen solches Pack" verteidigt.
Gotteshäuser brannten.
Das passiert alles auch heute noch! Mitte in Europa, mitten unter uns!
Muslime werden pauschal kritisch beäugt, als potenzielle Terroristen.
Alle Christen sind schuldig des Missbrauchs. Kirchen werden zerstört. Sämtliche Sticheleien sollen still geduldet und ertragen werden. Viele Menschen in Europa fordern aktiv die Verbannung von Christen in den Untergrund. Auch im "toleranten und fortschrittlichen Westen". Dass das Christentum die meistverfolgte Religion der Welt ist, scheint in der Gesellschaft hingegen kaum präsent.
Wir können nicht von "kein Vergessen" und "nie wieder" sprechen, während wir gleichzeitig solche Zustände in unserer Mitte kommentarlos akzeptieren oder sogar unterstützen!!!

° Haltet die Erinnerungen am Leben. Der zweite Weltkrieg bestand nicht nur aus Tätern, sondern vor allem aus Opfern, deren Vermächtnis mit viel Liebe am Leben erhalten wird, beispielsweise im Auschwitz Museum, wo die Geschichte hinter jedem fotografierten Menschen sehr berührend und eindrücklich erzählt wird.
Es gibt auf YouTube viele Dokumentationen, mitunter auch unbekannte Juwelen:

° Bewahrt vor allem auch das Andenken an viele Helfer und Helden, die uns gezeigt haben, dass es selbst in einer Kultur der Gewalt andere Wege gibt. Ihre Namen und Schicksale sind zahlreich:
- Paul Ernst Grüninger, der als Grenzbeamter in der Schweiz hunderte Juden und weitere Flüchtlinge rettete.
- Bruder Maximilian Kolbe OFMConv, der in Auschwitz sein Leben gab, damit ein Familienvater weiterleben konnte.
- Oskar Schindler, der massenhaft jüdische Zwangsarbeiter vor den KZ rettete.
Das waren nur drei prominente Beispiele; die Liste von Rettern ist zahlreich und vermutlich kaum in ihrem Umfang bekannt. Es gibt noch viele weitere Namen wie Harald Polcheau, Maria Nickel, Hélène Bach... Es gibt so viele Namen, so viele Geschichten, so viele Schicksale. Stürzt Euch in die Tiefen des Internets und in die Regale von Bibliotheken!

° Engagiert Euch oder unterstützt entsprechende Projekte, die sich für den Erhalt und die Bildung zum Holocaust einsetzen. Es gibt zahlreiche Fonds und Museen, die sich durch den Verkauf von Büchern, Lehrmaterial und Gebrauchsgegenständen sowie durch Spenden finanzieren.
Im Anne Frank House lassen sich beispielsweise auch Stofftaschen und Notizbücher mit Hintergrundinformationen erstehen.

° Ein gutes Miteinander beginnt mit einem guten (Grund)Gedanken und ein Gebet ist nie etwas Verlorenes... Die päpstliche Fürbitte für den Januar fokussiert auf das Leid von Menschen, die religiös diskriminiert werden. Und auch ein allseits bekanntes "Hevenu Shalom Alechem" ist schnell mal gesungen oder gesummt und formt bewusst wie unbewusst die eigene Haltung.

Herzlichen Dank für an jede einzelne Person, die sich für ein friedliches Miteinander engagiert und ausspricht!

Dana – Lady of Knock
Russlands dunkle Wolke